Hörluchs gewinnt Deutschen Arbeits­­schutzpreis 2013
Hörluchs gewinnt Deutschen
Arbeits­­schutzpreis 2013

Hörluchs gewinnt Deutschen Arbeitsschutzpreis 2013

Stampfen, Rattern, Zischen – wer in der Produktion eines Industriebetriebs arbeitet, darf nicht allzu lärmempfindlich sein. Schwerhörig jedoch auch nicht, denn Warnsignale oder Anweisungen des Schichtleiters muss der Mitarbeiter weiterhin hören können. Das ist insbesondere für hörgeschädigte Menschen ein Problem: Ihre akustische Wahrnehmung wird durch den gesetzlich vorgeschriebenen Hörschutz weiter eingeschränkt. Mit diesem Dilemma hat sich Thomas Meyer beschäftigt. Der Geschäftsführer der Hörluchs Gehörschutzsysteme GmbH & Co. KG sorgt heute dafür, dass Schwerhörigkeit und eine laute Arbeitsplatzumgebung besser miteinander vereinbar sind.

Versorgungslücke geschlossen

„Im Jahr 2007 ging es los“, erinnert er sich. „Damals hat mich ein Industriebetrieb gebeten, eine technische Lösung für einen hörgeschädigten Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen.“ Das Problem: Mit einem handelsüblichen Hörschutz war die Hörfähigkeit des Angestellten so stark eingeschränkt, dass er seine Tätigkeit nicht mehr sicher ausüben konnte. Daraufhin entwickelte Meyer in seinem Betrieb im mittelfränkischen Hersbruck gemeinsam mit Fachpartnern das Hörsystem ICP (Insulating Communication Plastic).

Das einem Headset ähnelnde Gerät bietet einerseits Gehörschutz, ist andererseits jedoch für Stimmen und Warnsignale durchlässig. Möglich macht das ein spezieller, von Hörluchs entwickelter Filter. Er dämmt den Arbeitslärm und schützt das Gehör vor weiteren Schädigungen. Zudem erkennt das Gerät Sprache auch in lauter Umgebung und verstärkt sie für seinen Träger. Je nach Arbeitsplatzsituation und Mitarbeiter lässt es sich individuell anpassen. Diese Vorteile hat das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) bereits anerkannt – und das Hörsystem nach ICP zertifiziert.